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dt64 [14 sendungen / august 1991 - märz 1993]
es sind im folgendem diese sendungen von marcos lópez aus seiner zeit beim legendären jugendradio dt64 dem vergessen, dem verfall und dem verlust entrissen worden. sie werden, wann immer zeit ist, kontinuierlich ergänzt (in alphabetischer, dann in zeitlicher reihenfolge):
* dancehall 02.05.1992 (in vertetung für marusha)
* network dance charts 08/1991 part 1
* nightflight 04.04.1992 (2 cds)
* nightflight 11.04.1992 (2 cds)
* nightflight 18.04.1992 (2 cds)
* nightflight 25.04.1992 (2 cds)
* nightflight 02.05.1992
* nightflight 09.05.1992
* nightflight 31.05.1992 (2 cds)
* nightflight 07.06.1992 (2 cds)
* nightflight 20.06.1992 (2 cds)
* nightflight 04.07.1992 (2 cds)
* nightflight 08.08.1992
* nightflight 10.04.1993 (2 cds)
die cd's kosten EUR 5.- das stück + versand. bei bestellung des ganzen paketes gibt es rabatt. bestellungen bitte an: darshan@web.de
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zu den network dance charts 08/1991 part 1 entstand folgender text:
"im sommer 1991 [dt64 hieß nicht mehr nur dt64, sondern dt64 im jugendprogramm des mitteldeutschen rundfunks] kam es im jugendradio der ehemaligen DDR zur premiere der network dance charts, der vertonten ausgabe der im magazin network press regelmäßig veröffentlichten hitparade der clubmusik [aus denen sich später die deutschen dance charts herausbildeten].
10 monate nach der deutschen wiedervereinigung waren das die ersten flotten charts auf diesem sender, die den aktuellsten dancefloorsound in den ostdeutschen klangraum strahlten, denn dt64 hatte noch das glück, durch überregionale frequenzen einen großteil der ehemaligen ostdeutschen bevölkerung inkl. westberlin erreichen zu können (mit ausnahme des größten teils von mecklenburg - vorpommern): auf ca. 12 der 18 überregionalen frequenzen von dt64 konnten nun dt64-hörer zwischen putbus und chemnitz sonntags von 13 und 15 uhr die network dance charts empfangen. aufgrund der eigenheiten terrestrischer sender erreichte das programm dabei auch den ein oder anderen geneigten hörer in franken und niedersachsen.
die network dance charts realisierten die vertonung einer (club-)dj orientierten hitparade. sie wurden in einem speziellen verfahren vom magazin network press von woche zu woche erstellt. ich nahm sie als grundlage, präsentierte die positionen, suchte aber davon nur das beste [nach meiner meinung] aus. dies bedeutete: es wurden nicht immer die top ten herunter gespielt, sondern auch die b-seiten der aktuellen singles (z.b. wenn die a-seite in den wochen zuvor schon mal gespielt worden war, die platte aber immer noch ganz oben rangierte), sowie spezielle versionen (soweit vorhanden) der platzierten songs.
ein weiterer kindheitstraum ging damit für mich in erfüllung: als kind schon ein alter radio-naut, hatte ich im heimischen hessenland meinem helden werner reimke vom hessischen rundfunk jeden donnerstag fast ritualartig bei seiner hitparade international auf hr 3gelauscht; mich interssierte die musik und wie die sendung gemacht war. viele der dort gespielten songs gelangten in voller länge auf meine kassetten, worüber ich mich immer höllisch freute. ich war ein akribischer sammler meiner lieblingssongs, fieberte mit meinen lieblingsbands um die besten plätze und war total gespannt auf die neue nummer eins. wer würde es diesmal schaffen? diese stunden waren frei von irgendwelchen sorgen; ich hatte meinen spass, allein mit meinem ghetto-blaster. das wiederholte sich von woche zu woche und wurde nur dadurch gestört, dass das training der jugendmannschaften des 1. fc eintracht stadtallendorf manchmal am donnerstag stattfand. manchmal spielte ich bei den verlosungen der konzertkarten mit (und kann mich noch erinnern, freikarten für ein open air konzert mit neil young in wiesbaden, der landeshauptstadt von hessen, gewonnen zu haben. ich fuhr mit gudrun dorthin, der besten freundin meiner schwester, denn ich hatte noch keinen führerschein und sie einen vw käfer).
die network dance charts fielen in eine zeit, in der ich versuchte, als dj und moderator neuem sound in das tagesprogramm von dt64 zu bringen. nach 8 monaten ´step on´ in der mittagszeit des programms - eine art mittagsdiskothek mit club- und dance-musik, schien mir die zeit reif dafür, mehr progressive sounds innerhalb des senders platzieren zu können. das war gleichzeitig eine spannende herausforderung: zum einen hatte der verantwortliche musik-chef von dt64, frank menzel, volles vertrauen zu mir. auf der anderen stand mir aber der suspekte chefredakteur michael schiwack ein paar mal auf den füßen und verlangte rechenschaft, über das, was ich da spielte (und von dem er das meiste sowieso nicht verstand. wie denn auch???). ich verteidigte meine auswahl ganz energisch - bishin zu der ansage, dass ich eine einmischung in die auswahl der musik nicht zulassen würde. dies käme einer zensur gleich - und die hätte man in diesem lande doch fast 40 jahre zu ertragen gehabt, oder ?! ich versuchte, ihm etwas von den entwicklungen des berliner undergrounds zu vermitteln und hoffte so auf mehr verständnis und aufgeschlossenheit ...
in der hauptstadt fanden bereits die richtig großen techno-partys statt; das war unbeschreiblich beeindruckend! sie gaben mir die motivation, so vorausschauend wie möglich mit den möglichkeiten der network dance charts umzugehen. das hieß für mich: wann immer es ging, b-seiten, spezielle mixe und bonus material der platzierten projekte und der bullets (= songs, auf dem weg in die charts) zu präsentieren. bei den neuvorstellungen ließ ich mich ganz von meinen dj-gelüsten treiben und stellte diverse male songs vor, die ich mir gerade erst im plattenladen gezogen hatte und von denen ich annahm, dass sie es noch nicht mal bis in die bullets schaffen würden. dennoch musste ich diese scheiben spielen. ich musste diese scheiben, diesen neuen abgefahrenen sound, irgendwie in die sendung bringen, damit die offenen hörer die chance bekämen, zu hören, was es neben den major-dance-produktionen der großen plattenfirmen noch für unglaublich abgefahrene sachen produziert wurden. irgendwie war ich auf mission. so kam ich mir vor: schiwack, den chef von dt64 an der backe - und die offene hörerschaft des jugendradios nicht dazu missbrauchen, den eigenen film zu fahren, sondern ihnen bewusst etwas aufzeigen - ja, dokumentieren - von dem, was die westleute seit ewigkeiten frei und ohne einschränkungen kaufen, hören und ´betanzen´ konnten. wenn man sich, so wie ich, über viele dinge gedanken macht, dann weis man, dass das eine knifflige aufgabe war ...
ab oktober 1991 sollte ich zudem regelmässig im berliner tresor auflegen - und zwar im globus, dem ´culb im club´ im erdgeschoss der ehemaligen bank - wo ich house und tranciges zum besten geben wollte.
ich produzierte im dt64-studio (im haus des rundfunks, worin die gesamte DDR-hörfunk-medial-maschine ihren platz hatte und das ganze land der arbeiter und bauern durch pro-sozialistischen journalismus in der planwirtschaftlichen spur gehalten wurde ... bis es reichte!) meine zahlreichen jingles in absprache mit frank menzel, dem verantwortlichen musikredakteur, musste die gar nicht leicht zu kriegenden platten besorgen (die fast alle von mir gekauft werden mussten, da viele sachen gar nicht bemustert wurden) und bin dann im sommer 1991 mit meinem weissen passat baujahr 1978 durch diese ganze trümmerlandschaft des ostteils von berlin gegurkt - vorbei an der jetzigen eastside-gallery, oberbaumbrücke und dem kraftwerk bis zur nalepastrasse, um von da an jeden sonntagmittag diese charts zu moderieren. es war zunächst ein riesenspass, wurde später allerdings persönlich ein gewagter spagat, da sich mein eigener geschmack, durch das umfeld, in dem ich mich bewegte, von den kommerziell augerichteten produktionen der charts zusehends unterschied. viele der platzierungen der network dance charts (später wurden daraus die deutschen dance charts) ließen einem die haare zu berge stehen.
die hier zur sprache kommende ausgabe der network dance charts wurde 1991 von mir auf kassette mitgeschnitten und im juli 2003 in folgenden schritten bearbeitet: überspielung analog-digtal, mastering, einige schnitte wegen drop outs, konvertierung, beschriftung. am 06.07.2003 entstand dazu der text "wie alt seid ihr im august 1991 gewesen?" (den ihr unten anklicken könnt). im september gestaltete ich schliesslich das cover für die cd (bild unten anklicken). am 12.10.2003 entstand schliesslich dieser text. die sendung stand zwischen juni und juli für mehrere wochen zum download bereit.
die cd network dance charts#01 enthält die allererste stunde (von zweien) dieser allerersten dance-music-chart-sendung im august 1991 (genaues datum lässt sich im moment noch nicht rekonstruieren) auf dt64 im jugendprogramm des mitteldeutschen rundfunks. sie zeugt von der großen spielfreude, mit der diese sendung gestaltet wurde; (die jingles sind übrigens im original alle noch auf tonband erhalten und werden wohl eines tages in die "geschichten eines stadtjungen - teil 2" eingang finden).
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aus anlass der "wiederherstellung" vom nightflight 08.08.1992 (im sommer 2003) entstand folgender text:
"ausgrabungen förderten eine ganze reihe verschütteter schätze zu tage. genauer gesagt: ein karton mit über 50 (!!!) auf den ersten blick gut erhaltenen audiocassetten, alle bespielt mit sendungen der dt64-partyzone von 1992-93 und aus mutters dachboden in hessen bereits im sommer 2001 von dort nach berlin überführt (und fast schon wieder vergessen). die cassetten wurden zunächst auf verbatim-cd-rohlingen von dj jumble digitalisiert, der sich anbot, diesen kniffligen und zeitaufreibenden job zu übernehmen, da er sehnsüchtig auf der suche nach dem einen mitschnitt war, der vielleicht sein mitwirken als studiogast in der dt64-partyzone dokumentiert hatte. (er hatte keine aufzeichnung seines besuchs im studio und wünschte sich so sehr dieses eine tape nun unter unter den vielen zu finden ...).
nach der übertragung dieser vielen audio-bänder in den rechner, der editiererei und schliesslichen übertragung auf ca. vierzig rohlige, befreit von nachrichten und werbungen, fand dj jumble besagten mitschnitt seines dj auftrittes in der partyzone leider nicht. dank seiner mitarbeit jedoch (er wurde mit rohlingen und dj-vinyl entlohnt) sind nun also über 40 cd´s mit partyzonen-feeling versehen, beschriftet mit datum und studiogästen (falls es welche gegeben hat).
die original-cassetten sind mit einem, jeweils für die partyzone immer mitgebrachten, kleinen stereo-ghetto blaster aufgenommen worden. abgesehen davon, dass die magnetisierten bänder durch elf jahre (!!!) lagerung zwischen kellern, dachböden und diversen umzügen zwangsläufig etwas von ihrer qualität eingebüst haben, kommt hinzu, dass die qualität des mini-cassetten-recorders, obwohl extra nur für diese aufzeichnungs-zwecke erworben, nicht gerade berauschend war. die sendungen klingen durchweg wie mit "mono-mikrofon in blechernen büchsen" aufgezeichnet. "milchtüten-sound" sage ich auch dazu. es fehlt ihnen an höhen und tiefen; alles ist ein mittiger brei (fast so, als ob sie tatsächlich von einer mittelwellen - empfangsaufnahme stasmmen, was ja den realen gegebenheiten entsprach). aber spannend sind diese kleinen goodies alle male und dem kultfaktor dieses gesamten themas >>> marcos, radio, dt64, sendungen, sound, inhalte & bedeutung <<< ist das eher förderlich.
wir haben diesen sound der aufnahme nicht durch ein equalizendes mastering verändert; alle, oft viel zu gut gemeinten und überbemühten moderationen eures frühen radio-marcos sind im original belassen, denn so klang die sendung nach der aufzeichnung; so klangen die aufgezeichneten tapes im auto, die nach der sendung wieder eine ganze woche reichen mussten und auf jeder nur erdenklichen autofahrt gedudelt wurden, bis es schliesslich und endlich wieder samstag war (da ich mir sehr oft vorher überlegte, ob dieser oder jener song besser an dieses oder jenes ende passen würde, waren die tapes mein heissbegehrter soundtrack für die stadtfahrten unter woche, bei denen ich das produkt meiner kreativen leistung (die aufgezeichnete partyzonensendung) auf ihren tatsächlich wirkungsgrad hin (sprich: "geiler mix!"/"scheiss mix!!!") am besten überprüfen konnte ... was in der letzten konsequenz dazu führte, dass eigentlich die ganze woche über partyzone war und das abhören ständig neue inspiration für neue collagen und kombinationen von stilrichtungen, labels, künstlern und tracks lieferte bzw. ich im auto ständig neue pläne schmiedete, was es für die zukünftigen sendungen alles zu tun und zu verbessern war.
aufgrund des eher dürftigen sounds der original-cassetten startet an dieser stelle eine nice-price-aktion und so kann man die erste dieser partyzonen-cds inklusive porto, verpackung und versand für lockere € 5.- bestellen. da der vorrat nicht ausgehen wird, könnt ihr auch erstmal testweise und je nach anschluss ein paar cent (mehr oder weniger) in die telekom investieren und 25 minuten bzw. 23 megabyte dieser sendung downloaden, um dem noch jungen radio-marcos (26 jahre) zu lauschen, sowie den herren um bandulu, ramirez und underground resistance euer geneigtes öhrchen zur verfügung stellen.
epilog:
das von mir erstellte cover für den 08.08.1992 zeigt euch eine foto, das während einer sendung 1992 entstand. es ist das originalstudio von dt64 in der nalepastrasse in berlin-oberschöneweide, aus dem das jugendradio 24 stunden am tag sein programm sendete. man beachte den "tribal-lopez", mit nordafrikanischem hütchen, halsketten aus holz, armbändchen, mfs-t-shirt und italienischer tribal-camou-mode hose. ausserdem: diese geile analog-studio-uhr und die megageilen ost-telefone.
die moderation konnte nur in absprache mit dem, hinter der glaswand sitzenden, studiotechniker erfolgen. rechts neben mir waren die 2 turntables aufgebaut (auf einem viel zu flachen tisch, der regelmässig zu kreuzschmerzen führte), was in der praxis bedeutete, dass man nicht während des mixens moderieren konnte bzw. die turntables für sich belassen musste (mit einem nach rechts schielenden auge, sollte die im berliner nachtleben schon oft durchgebrutzelte platte doch springen), wenn es um eine moderation ging.
ein tragbarer dat-recorder von casio wurde von mir über einen line-eingang an das mischpult angeschlossen, um gelegentlich besondere konzeptmixe einzuspielen, siehe z.b. megachill - part 1 & 2; aber auch my tribe 08.05.1993 und tribal journey part 1 & 2 gelangten so zur (mittelwellen)aufführung."
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